Beiträge in Anthologien (Auswahl)

in: DER STOFF, AUS DEM DIE SÄTZE SIND
hg. von Elke Atzler und Manfred Müller,
Luftschacht, 2025

in: SIEBEN, der Anthologie zum Mölltaler Geschichtenwettbewerb
Anton Pustet, 2023
zum Reinlesen …
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neu erschienen: “Der Stoff, aus dem die Sätze sind” (Anthologie)
Eine Straße mit Buswartehäuschen, im „hässlichen Bezirk Strassgang“. Die Tafel mit den Abfahrten ist unvollständig, auf meine hastig gemurmelte Frage bekomme ich Nicken zur Antwort: Zagreb, da, ja. Die Bank ist kalt, die Finger, die den E‑Reader halten, klamm, ich schiebe mir die Haube unter den Hintern. So sitze ich und denke an Gralla, den…
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neu erschienen: Billigcontent Blues [Textbeitrag in der Anthologie Texte 5]
Ich schaue meinem Mann ins Gesicht. Seine Augen sind geschlossen, wir liegen im Bett, es ist kurz nach halb sieben. „Immer dasselbe, langweilige Ritual“, sagt er, als er die Augen aufschlägt. „Aufstehen, Kaffeemaschine einschalten, Zähne putzen, Käsebrot essen, aufs Klo gehen, duschen, anziehen und in die Schuhe schlüpfen.“ „Ich schlüpfe morgens nie in die Schuhe“,…
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neu erscheinen: Maestoso [Literaturbeitrag in: etcetera #96]
Köflach. Dass dort der Vater ihrer Großcousine lebte, denkt sie. Sie kannte nur den Namen des Orts, nicht den Mann, und immer dachte sie dabei an den eigenen Vater und dass es zu seinem Aufenthaltsort keinen Namen gab, kein Wissen. Jetzt ist auch Köflach kein Ort mehr. Die Schaufenster fast alle leer, nur in einem…
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Editorial [erschienen in &Radieschen – Zeitschrift für Literatur #69]
Wir haben alles. Wir jammern auf hohem Niveau. Wir tun uns leid, wenn das Manuskript nicht angenommen wird, wenn es keine Lobeshymnen regnet. 95% derjenigen, die unsere Literaturzeitschrift lesen, sind wahrscheinlich Autor*innen. 80% von ihnen geht es vielleicht wie mir – sie verfallen in Selbstmitleid, wenn es mal nicht so klappt. Vielleicht kennen 40% das…
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“Die alte Simon”
Sie kicherte. »Was für ein klingender Name.« Ihr Kopf machte ihn nervös. Und dann sprach sie den Satz aus, der ihn damals so geärgert hat. »Ihre Vormieter waren nette Menschen. Haben mir immer Mineralwasser mitgebracht, wenn sie zum Einkaufen gefahren sind.« »Ich hab kein Auto«, hat er nur knapp geantwortet. »Ach so.« Sie hob enttäuscht…
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Essay: Seid deutsch, bleibt einig!
“Seid deutsch, bleibt einig!” – an diesem Spruch müssen Slowen:innen in Radkersburg noch immer täglich vorbeigehen. Anders als in Kärnten gab es in der Steiermark für Slowenisch:innen lange Zeit keine Kulturvereine und auch keinen slowenischsprachigen Unterricht, auch in den Kirchen gab es keine Messen in slowenischer Sprache. Ich habe mich mit der Kärntner Slowenien Rezka…
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VATER VON SIEBEN [erschienen in der Anthologie “Sieben”]
Sieben Geschwister sind sie gewesen, sagte die Großmutter. Die Lore, der Otto, der Josef, den alle den Pepsch nannten, der Hermann, der Ludwig, die Meri und als Letzte sie selbst, die Fips, eigentlich Philippa. Davor gab es noch drei Kinder, aber die gehörten nicht dazu, die waren vor ihrer Zeit. Die drei haben ihren ersten…
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Puppenheim, rosarot [erschienen in Fluch’t’raum #11]
Du lebst in einem Puppenzimmer. Du hast ein Bett, deckst dich mit zwei Decken zu. Am Abend lehnst du dich gegen die Rückenlehne und versteckst dich in einer fremden Welt zwischen Papierseiten. Wanderst durch Leben, die nicht deine Leben sind, lebst Gefühle, die nicht deine Gefühle sind. Zuerst kamen sie und zerrten an den Gardinen.…
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neu erschienen: “Radieschen von unten” (Anthologie)
Alle sind sie gekommen. Fein herausgeputzt, Schuhe poliert, Blick nach unten. Die arme Berta, sagen sie. So eine gute Seele und so ein hässliches Ende. Und was jetzt wohl wird, aus der Trudi und dem Martin, jetzt, da die Berta nicht mehr für sie sorgen kann. Wo doch die Trudi nicht einmal mehr ihr eigenes…
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auf YouTube: Projekt Homeage. Mein Text für die Adalbert Stifter Straße
Mein Vater bewohnte eine mittelgroße Wohnung in einer großen Gemeindebauanlage am Ostrand der Stadt. Im Erdgeschoß des Gebäudes befanden sich außer einer kleinen Supermarktfiliale noch ein Blumengeschäft, ein Tabakladen, ein Kaffeehaus, eine Schnapsbar, eine Nachtbar sowie eine Polizeistation. Im achten Stockwerk wohnte neben der Familie meines Vaters ein Ehepaar, welches die achtzig seit einiger Zeit…
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zum Nachlesen auf dem Leykam-Blog: Papaverweg 6 — Bericht einer Recherche
Diese kleine, dörflich anmutende Gasse am Wiener Stadtrand mit »Manhattener Skyline«, nur ein paar U‑Bahn Minuten vom Stephansdom entfernt. Gibt es die wirklich? Oder ist alles nur Fiktion? (Den Text habe ich für den Leykam-Blog verfasst)
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Siri, write me a novel [editor´s column, Versopolis Review]
Imagine you are a writer and somebody asks you for an interview — but you have absolutely no idea what to answer.Kolumne lesen
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neu erschienen: “Mörderische Alpen” (Anthologie)
Das Gesicht liegt im Schatten, deswegen kann Süßkind sein Gegenüber nicht sehen. Aber hören kann er den Mann, dazu ist so eine Vorrichtung ja gedacht, zum Hören, und hören, das tut Süßkind, von weichem Fleisch und süßem Atem, von blauen Puppenaugen unter nassen Wimpern und rot angelaufenen Backen. Von Schweiß, süßlich-sauer wie Himbeersaft, von strampelnden…
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neu erschienen: “Die Allwissende Datenmüllhalde” (Artikel)
Ich weiß, was du tust und wie du tickst, gestand mir ein Informatik-Freak, der mich persönlich nie kennengelernt hat und außerhalb des Binärsystems nie kennenlernen wird. Ich weiß alles über dich, dein Leben ist eine prall gefüllte Keksdose und wird durch Glasfaserkabel gespült, um direkt im riesigen Bauch des NSA-Wals zu landen.
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neu erschienen: “Tortenschlachten” (Anthologie)
Mit Geschichten von Polly Adler, Ela Angerer, Bettina Baláka, Ruth Cerha, Friedrich Dönhoff, Petra Hartlieb, Monika Held, Peter Henisch, Wolfgang Hermann, Margarita Kinstner, Elisabeth Klar, Edith Kneifl, Konrad Paul Liessmann, Heidi List, Klaus Nüchtern, Klaus Oppitz, Kurt Palm, Verena Petrasch, Eva Rossmann, Tex Rubinowitz, David Schalko, Susanne Scholl, Dirk Stermann, Cornelia Travnicek, Anna Weidenholzer und…
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neu erschienen: “BeziehungKrisenHerd” (Anthologie)
„Ausweitung der Kampfzone“ – so lautete das Thema des 19. Münchner Kurzgeschichtenwettbewerbs. Über 700 Schreibende meldeten sich – dramatisch, spannend, verzweifelt, ironisch, liebevoll, einfühlsam – mit einem kurzen Text zu Wort. „Kampfzone“, das ist für die einen Krieg, Neo-Imperialismus, Balkan, Afghanistan, für die anderen Geschlechterkampf, Identitätsfindung, Liebe oder Altern. Die 23 besten Storys hier in…
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neu erschienen: “Stadtmenschen” (Anthologie)
– Stadtmenschen – Vierzig Stadtmenschen erzählen über das Lebensgefühl Stadt, von Lieblingsplätzen und prägenden Erinnerungen, Sehnsüchten und Lebensentwürfen.
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Belma (III)
In den Nächten unterhalte ich mich mit Belma. Weißt du, was das einzig Positive an diesem verdammten Krieg war?, fragt sie mich. Früher hatte ich vor so vielen kleinen Dingen Angst und habe mir ständig Sorgen gemacht. Im Krieg kommst du dann drauf, wie unwichtig die meisten Dinge sind.
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Belma (II)
Der erste Abend. Sitze in der Baščaršija und laufe durch das Viertel. Esse Cevapi, denn das muss man in Sarajevo. Meine Gastfamilie zieht KM (Konvertmark) dem Euro vor, also mache ich mich auf die Suche nach einem Bankomat. Viele Hunde vor den Mülltonnen. Ich erinnere mich an die Berichte und Dokumentationen. Dass die Haustiere während…
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Belma (I)
Die Handlung meines neuen Romans ist es, die mich nach Sarajevo führt. Sarajevo – die einst belagerte Stadt. In meinem Kopf: Fotos von umgekippten Straßenbahnen, zerschossenen Häuser. Snajper. Frage mich selbst, wieso ich ausgerechnet diesen Handlungsstrang in meinen Roman schreiben muss. (Aber doch, ich weiß es, warum.)
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Sucht [erschienen in der Anthologie “Existenz und Renitenz”]
Milchig weiß lehnt sich der Novembernebel gegen die Fensterscheiben und konserviert Gedanken zwischen Stahlbetonwänden. Alles friert ein und steht still. Gery sitzt am Sofa, die Heizung im Rücken auf die höchste Stufe gedreht, und beugt sich über den niedrigen Sofatisch. Mit einer rosa Bipa Bonuscard teilt er das weiße Pulver in zwei Linien, daneben leuchtet…
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Club der Literaten [erschienen in der Anthologie des Grazer Autorinnen und Autoren Kollektivs]
Es geht uns gut, dort oben am Kirchberg, aber ja, wir trinken Wein und sehen in die Flammen am Grill, wir klauben gerne Worte, wozu sich alleine fertig machen, hier sind wir in guter Gesellschaft, es geht uns gut, und wenn du es nicht glaubst, dann bohr dir doch ein Loch ins Kniiiiiieeee!





